Montag, 7. April 2008
Rettung auf hoher See, Teil 3
Teaser: Das sichere Schiff der Zukunft ist ohne Rettungsboote ausgestattet (siehe Cliffhanger Teil 2)

Auch aufblasbare Rettungsinseln helfen nicht. Rettungsrutschen, wie sie in Flugzeugen installiert sind, knicken immer wieder ab und schleudern die Passagiere in hohem Bogen ins Wasser. "Um aufblasbare Rettungssysteme nutzen zu können, muß man deren Gebrauch vorher trainiert haben. Die einzigen Systeme, die derzeit wirklich funktionieren, sind die frei ins Wasser fallenden, völlig geschlossenen Boote."
Die sieht man heute üblicherweise am Heck von Frachtschiffen, wo sie auf hohen Rutschen installiert sind. Beim Verlassen des Schiffes steigen die Seeleute in die Kapseln ein, schnallen sich an und lösen die Arretierung. Das Rettungsboot schießt dann vom Heck ins Meer. Es kommt zwar recht unsanft, aber dafür sicher auf den Wellen auf. Je nach Bauart können solche Rettungsbehälter aber nur bis zu 50 Menschen aufnehmen. Für Passagierschiffe, von denen im Notfall Hunderte von Menschen von Bord gehen müssen, sind sie unbrauchbar.
Rutgersson ist aber zuversichtlich, daß es in absehbarer Zeit platzsparende Freifallsysteme geben werde, in denen 100 bis 150 Menschen Platz finden: "Dann genügen nur acht Freifallboote, um alle Passagiere eines Ropax-Schiffes, einer Kombination aus Fracht- und Fährschiff, retten zu können."
Eine solche Lösung könnte die Zeit überbrücken, bis das erste Schiff vom Stapel läuft, das sein eigenes Rettungsboot ist. Unter dem Schock der "Estonia"-Katastrophe steckte die schwedische Regierung einige Millionen Euro in Forschungsprojekte für Schiffssicherheit, eines davon ist Desso. Ende 2005 werden die Pläne für ein sicheres Modellschiff fertig sein, das Rettungsboote überflüssig macht. Es wird ein Ropax-Schiff sein, ein Typ, der zunehmend die herkömmlichen Passagierfähren ablöst. Wie ein RoRo-Schiff - "Roll-on-Roll-off" - kann es zahlreiche Container und Lkw befördern, bietet aber gleichzeitig etwa 200 Passagieren eine komfortable Überfahrt. "Dann müssen wir die Reeder davon überzeugen, daß sie bei Neubauten die Forschungsergebnisse auch berücksichtigen", sagt Björn Allenström, der Leiter des Desso-Projekts.
"Eine moderne Autofähre kostet rund 110 Millionen Euro", rechnet Rutgersson vor. "Baut man das Schiff von vornherein so, daß es sein eigenes Rettungsboot ist, kostet das kaum mehr." Die Chancen für die Verwirklichung von Rutgerssons Vision stehen gut, denn zwei der größten Fährschiffreedereien in der Ostsee, die Silja- und die Stena-Line, arbeiten bereits an dem Projekt mit.

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Freitag, 4. April 2008
Sind die Beatles scheiße?
War vor letzten Samstag auf dem Beatles Revival "Hamburg Sound". Und war die Jüngste, und das bin ich fast nirgend mehr. Hinter mir wurde fast schon geröchelt, so verklebt waren die gealterten Rachen und Schlünde. Die Stimmung hingegen und auch die Art und Weise, auf gute Musik gut zu reagieren, war die gleiche wie bei jungen Menschen. Insgesamt wirkte es manchmal, als hätten lauter junge Menschen sich eine Altersmaske aufgesetzt und würden Future spielen.

Auch die Musiker waren großartig. Die Vocals wurden mind. 30 Jahre eingeübt und die Gitarrenzupferei ist über tausende von Wochen so gut geworden, daß sich mit Sicherheit sehr viele junge Bands qualitativ nicht damit vergleichen können.

Ein bisschen merkwürdig nur, daß schon um 11.30 Uhr angefangen wurde. Ich hab also mein Rad am hellichten Tag vor den Fliegenden Bauten angeschlossen und bin dann in eine nachtschwarze Höhle gekrochen. Naja, gewöhnungsbedürftig.

Peinlich nur der Auftritt von Lee Curtis, der sich zum Showfinale durch sein nach hinten gegeltes weißes Haar wühlte, eine Dame in den Vierzigern ansang, auf den danebenliegenden Tisch sprang und das Publikum mit Hüftschwung in Ohnmacht versetzte. Mich allerdings nicht. Mein Wohlgefühl schlug in Mitleid um. Ich wollte mich gern dagegen wehren, aber es ist schwer anzusehen, auf der Bühne ausgerechnet die Schwächen vorgeführt zu bekommen. Dennoch: Der Mann ist mind. 70. Ich glaube, ich bin froh, wäre ich dann noch in der Lage, aufrecht und nicht inkontinentierend im Publikum zu hocken ...

Wo blieben an dem Tag die unter 50-jährigen, die dem Sound der 60er was abgewinnen können?

Ciao, mm

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irgendwas
sowas wie hier
WBS

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Scheiß Mitteilungsbedürfnis
Why must I write a blog, damn!

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